Mit diesem Projekt zeigen wir den kompletten Workflow, wie ein Produkt fotorealistisch in ein bestehendes Foto integriert wird – von der Datenbasis bis zum finalen Look.


Im ersten Schritt entsteht das 3D-Modell. Entweder modellieren wir das Produkt anhand von Referenzfotos und Zeichnungen detailgetreu nach oder wir übernehmen vorhandene CAD-Daten, konvertieren sie und bereiten sie so auf, dass sie für Rendering und Animation technisch sauber funktionieren.

Danach folgt die Oberflächengestaltung. Logos, Beschriftungen und Designvarianten werden als Texturen aufgebaut und präzise auf das 3D-Modell gemappt – in diesem Beispiel als mehrere Frontlabel-Varianten für unterschiedliche Sorten, ohne dass dafür die Geometrie geändert werden muss.

Damit das 3D-Produkt im Foto „sitzt“, rekonstruieren wir die Aufnahmesituation in 3D. Entscheidend sind dabei Kameraposition, Brennweite und Perspektive, damit das Produkt exakt in den Bildraum passt. Zusätzlich bauen wir relevante Kontaktflächen als Hilfsgeometrie nach, damit Schatten und Auflagepunkte realistisch entstehen – hier die Bretter an der Wand sowie die Küchenarbeitsfläche.

Sobald Kamera und Szene stimmen, kann das Produkt frei im Motiv platziert werden. Position, Drehung und Größenwirkung lassen sich iterativ optimieren, bis das Objekt sich natürlich in die Bildkomposition einfügt.

Für eine glaubwürdige Integration ist die Lichtstimmung der Schlüssel. Deshalb erfassen wir am Set ein HDR-Panorama zur gleichen Zeit und am gleichen Ort wie das Foto. Dieses HDR wird farblich so angepasst, dass es exakt zur Tonalität und Stimmung der Aufnahme passt.

Das HDR-Panorama dient anschließend als reale Lichtquelle in der 3D-Szene. Dadurch entstehen nicht nur stimmige Schatten, sondern auch authentische Reflexionen und Umgebungsanteile auf dem Produkt – genau das, was den „CGI-Look“ verhindert.

Im Material-Setup bilden wir reale Oberflächeneigenschaften nach: Glanzgrade, Mikro-Rauheit, Reflexionsverhalten, Transparenz sowie Brechung bei Flüssigkeiten. So reagiert jedes Bauteil im Rendering physikalisch plausibel auf Licht und Umgebung.

Für maximale Kontrolle im Finish rendern wir nicht nur ein Bild, sondern ein Set an Render-Passes und Objekt-/Materialmasken. Damit lassen sich im Compositing gezielt einzelne Bereiche steuern, ohne das komplette Bild neu rendern zu müssen.

Im Compositing werden alle Ebenen zum finalen Keyvisual zusammengeführt. Hier passieren Farbangleichung, Kontrast, Effekte und das Feintuning, damit Produkt und Foto wie aus einem Guss wirken. Unten können Sie per Slider den Unterschied zwischen Raw-Rendering und finalem Compositing vergleichen – die Vollauflösung finden Sie in unserer ➝ Galerie.

Rendering

Compositing